Für eine extrem kleine und zeitlich kompakte Serie durfte ich die Radiologie INEA in Löbau fotografieren. Die Zusammenarbeit war pragmatisch – nicht ideal, aber klar fokussiert: In der Mittagspause musste alles sitzen. Das bedeutet für mich als Fotograf, dass Lichtführung, Set-Komposition und Materialwirkung schnell, sauber und kontrolliert entstehen müssen.
Ruhige Räume, klare Linien
Ohne Patient*innen im Betrieb bot sich die seltene Gelegenheit, die Räume in ihrem unverfälschten Zustand zu zeigen. Die Praxis arbeitet mit viel Weiß & Blau, glatten Oberflächen und funktionalem Licht. Genau dieser Minimalismus lässt sich fotografisch nur dann sauber darstellen, wenn Reflexionen, Mischlicht und Verzerrungen präzise im Griff sind.
Ich habe daher:
- weitgehend mit vorhandenem Licht gearbeitet
- Perspektiven streng geführt, um die technische Klarheit der Räume zu halten
- Details wie Geräte, Oberflächen und Raumfluchten reduziert ins Bild gesetzt
Technische Umsetzung unter Zeitdruck
Da die Zeit knapp war, musste das Setup flexibel bleiben. Statt aufwendiger Lichtführung lag der Fokus auf:
- präziser Belichtung für helle, sterile Räume
- korrekter Farbtemperatur, trotz LED‑Mischlicht
- Verzerrungsfreiheit, speziell bei engen Räumen in Funktionsbereichen
Solche Mini-Reportagen im Architekturbereich zeigen gut, wie viel auch ohne großes Team und lange Vorlaufzeit möglich ist – wenn Technik, Erfahrung und Ruhe zusammenkommen.
Warum ich diese Serie zeige
Trotz der kurzen Produktion transportieren die Bilder genau das, was eine medizinische Praxis visuell benötigt: Klarheit, Orientierung, Ruhe. Für mich ist es ein gutes Beispiel, wie man auch unter pragmatischen Bedingungen hochwertige Innenarchitekturfotografie realisieren kann.



