Für Zehnder habe ich die Produktionsräume bei Bechstein in Seifhennersdorf fotografisch begleitet. Der Fokus lag klar auf der installierten Deckenheizung – ein Bauteil, das fotografisch oft übersehen wird, aber technisch eine zentrale Rolle spielt. Um diese Besonderheiten sichtbar zu machen, entstand die komplette Serie aus einer konsequent nach oben gerichteten Perspektive.
Arbeiten aus der vertikalen Perspektive
In der Praxis bedeutet das: Jede Aufnahme erfordert eine sehr präzise Ausrichtung, damit Leitungen, Paneele und Montageabschnitte sauber und logisch wirken. Bei Deckeninstallationen ist das nicht selbstverständlich, denn die räumliche Geometrie wirkt schnell unruhig. Ziel war deshalb eine klare, reduzierte Bildsprache mit deutlichen Linien und heller Lichtwirkung.
Lichtbedingungen ohne zusätzliche Beleuchtung
Bechstein liegt für mich fast vor der Haustür, aber die Halle bot typische Herausforderungen: viel Mischlicht, wechselnde Reflexionen und große Höhen. Da ein eigenes Licht-Setup nicht möglich war, arbeitete ich vollständig mit Stativ.
Das Stativ war entscheidend, um:
- lange Belichtungszeiten kontrolliert zu nutzen
- helle und störungsarme Bilder zu erzeugen
- Bewegungen von Mitarbeitenden subtil auszublenden oder weich einzubinden
So entsteht ein nüchterner, technischer Look, der die Funktionalität der Deckenheizung in den Mittelpunkt stellt.
Materialität und technische Klarheit
Die Metallflächen der Heizelemente, die Leitungsführung und die strukturelle Ordnung der Decke mussten klar wiedergegeben werden, ohne vom Umfeld überlagert zu werden. Wo sich Störungen im Raum nicht vollständig vermeiden ließen, habe ich durch Perspektivwahl und Belichtungsführung dennoch eine möglichst aufgeräumte Darstellung geschaffen.
Industriefotografie lebt davon, technische Prozesse verständlich zu machen – und genau das war hier der Anspruch.
Oberlausitzer Produktion, internationaler Kontext
Auch wenn Zehnder als globaler Anbieter agiert, zeigt die Produktion bei Bechstein, wie viel lokales Know‑how in den Systemen steckt. Die Region Oberlausitz verbindet industrielle Tradition mit moderner Fertigung – eine Kombination, die ich fotografisch so authentisch wie möglich darstellen wollte.













