Architekturfotografie im District One Berlin – Umgang mit maximaler Raumfülle

Der District One Coworking Space in Berlin ist ein Paradebeispiel für Innenarchitektur, die in jedem Quadratmeter visuell explodiert. Fünf Ebenen, über 2000 m², mehr als 350 Arbeitsplätze – und jede einzelne Zone ist randvoll mit Materialität, farblichen Akzenten und funktionalen Details. Genau diese Fülle wurde zur größten fotografischen Herausforderung.

Visuelle Komplexität: Warum sich der Raum kaum entzerren lässt

Extrem dichte Interiorflächen erzeugen starke Bilddominanten. Linien lassen sich nur begrenzt beruhigen, weil jede Perspektive neue Details ins Bild bringt. Der Raum ist so konzipiert, dass kaum „leere“ Flächen existieren – ideal für das Arbeiten vor Ort, aber anspruchsvoll für klare Bildkompositionen.

Selbst mit weitwinkliger Optik, sorgfältiger Positionierung und kontrollierter Perspektivkorrektur blieb die Grundkomplexität erhalten. Das Ziel war daher nicht das Entfernen der Fülle, sondern das bewusste Strukturieren im Bild.

Herangehensweise: Ordnung im Chaos schaffen

Ich habe mit drei strategischen Ansätzen gearbeitet:

  • Fokussierte Bildachsen
    Statt die gesamte Komplexität abzubilden, habe ich klare Hauptrichtungen gesetzt, um die Räume optisch zu führen.
  • Licht als Strukturwerkzeug
    Natürliches Licht und Akzentlicht der Innenarchitektur halfen, Ebenen voneinander zu trennen. Durch leichte Unterbelichtung wurden Details reduziert, die sonst vordergründig gewirkt hätten.
  • Selektive Schärfentiefe
    Wo möglich, habe ich mit dezenter Tiefenreduktion gearbeitet, um Blickpunkte zu definieren – ohne den dokumentarischen Charakter zu verlieren.

Ein Raum, der sich nicht versteckt

Der Auftraggeber Entenza beschreibt das Projekt als „extrem vielfältigen Coworkingspace, der in jedem Bild vor Details explodiert“. Und genau das ist der Kern: District One ist ein Ort, der sich nicht auf Minimalismus verlässt, sondern auf Funktion, Austausch und Ideenfluss. Die Aufgabe bestand darin, diese Energie fotografisch zu ordnen, ohne sie zu glätten.

Für Architekturfotografie bedeutet das: Balance finden zwischen dokumentieren und interpretieren.
Der District One zeigt eindrucksvoll, wie anspruchsvoll es wird, wenn Räume viel zu erzählen haben – und wie wichtig fotografische Klarheit dann ist.

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