In Zittau fanden am 28. Juni gleich zwei besondere Ereignisse statt: der Vortrag von ESA-Astronaut Dr. Alexander Gerst an der Hochschule Zittau/Görlitz sowie der DLR Science Day auf dem Marktplatz. Beide Events verband eine gemeinsame Botschaft, fotografisch jedoch erforderten sie zwei deutlich unterschiedliche Herangehensweisen.
Teil 1: Der Vortrag von Dr. Gerst im Hörsaal der HSZG
Die Vorlesung fand vollständig in einem modern ausgestatteten Hörsaal statt – konstante Neonbeleuchtung, ein leicht kühles Lichtprofil und ein klar definierter Bühnenbereich. Für mich als Eventfotograf bedeutet das: keine wechselnden Lichtstimmungen, sondern präzise Anpassung der Weißbalance und sauberes Arbeiten mit vorhandenen Leuchtmitteln.
Da der Vortrag im Zentrum stand, konzentrierte ich mich auf:
- gestochen scharfe Bühnenportraits,
- authentische Gestik und Mimik,
- die Reaktionen des Publikums,
- und die Begegnungsmomente mit der Hochschulleitung.
Durch die ruhige Lichtsituation konnte ich konstant mit einer festen Belichtung arbeiten. Das reduziert technisch aufwendige Korrekturen und legt den Fokus komplett auf Timing und Ausdruck – entscheidend für Reportagefotografie in konzentrierten Vortragssituationen.
Besonders wirkungsvolle Momente entstanden, als Dr. Gerst über seine Zeit auf der ISS sprach und die emotionale Dimension seiner Missionen deutlich wurde. Genau solche Szenen transportieren die Atmosphäre einer Veranstaltung und machen sie für die Hochschule langfristig dokumentierbar.
Teil 2: Der DLR Science Day auf dem Marktplatz in Zittau
Der zweite Teil des Tages war für die Kamera das Gegenteil: offener Raum, wechselnde Lichtbedingungen und zahlreiche kleine Szenen, die gleichzeitig passieren. Um flexibel zu bleiben, arbeite ich hier bewusst mit Zoomobjektiven, um schnell zwischen Beobachtung, Details und weiten Marktplatzansichten wechseln zu können.
Der DLR Science Day bot:
- interaktive Experimentierstationen,
- eine lebendige Besucherbewegung,
- ein Bühnenprogramm,
- und viele spontane Situationen, die authentische Bilder verlangen.
Draußen nutze ich oft Gegenlicht und erhöhte Perspektiven, um Dynamik und Lebendigkeit zu betonen. Besonders bei Wissenschaftsevents ist es wichtig, den Menschen—und nicht nur die Technik—sichtbar zu machen. Das gelingt durch Nähe zu den Besuchergruppen und natürliche Momente im Austausch.
Fazit: Zwei Räume, zwei Stimmungen – eine gemeinsame Geschichte
Beide Veranstaltungen zeigen, wie viel Energie und Begeisterung Wissenschaft in der Region auslösen kann. Fotografisch war es ein Tag voller Kontraste: von der ruhigen Konzentration des Hörsaals bis zur offenen Lebendigkeit des Marktplatzes.
Genau dieser Wechsel macht Eventreportagen in der Oberlausitz so spannend: Keine Veranstaltung gleicht der anderen, und jede verlangt eine individuelle technische Umsetzung – vom präzisen Umgang mit Neonlicht bis zur kreativen Nutzung natürlicher Außenbeleuchtung.




























































